Landliebe und Müller erhalten Milch von Gen-Maisbauern

Greenpeace informiert auf Städtetour über genmanipulierte Pflanzen in der Milcherzeugung

Dresden, 24.08.2005 - Greenpeace informiert heute vor der Molkerei Sachsenmilch in Leppersdorf und in der Dresdner Innenstadt über den Weg des genmanipulierten Maises als Kuhfutter bis zum Milchprodukt. Nach Greenpeace-Recherchen beziehen die zwei großen deutschen Molkereien Müller, zu der Sachsenmilch gehört, und Landliebe/Campina Milch von fünf landwirtschaftlichen Betrieben, die derzeit auch den genmanipulierten Mais MON810 anbauen.

Damit der umstrittene Mais nicht an die Milchkühe verfüttert wird, können Verbraucher den Protest auf der Greenpeace-Städtetour verstärken und sich vor Futtertrog und Kühlschrank-Kuh mit Protestschildern fotografieren lassen. Die Fotos werden den Molkerei-Unternehmen präsentiert mit der Forderung, keine Milch von Betrieben zu verwenden, die Gen-Pflanzen verfüttern.

"Müller und Landliebe/Campina fördern den Anbau genmanipulierter Pflanzen, wenn sie Milch von Gen-Milchbauern beziehen", sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace. "Dabei können die Unternehmen ohne Probleme bei der Milchherstellung Gen-Mais vermeiden. Wenn sie das nicht tun, missachten sie die Wünsche der Verbraucher und gefährden ihr Markenimage."

Der wenige in Deutschland wachsende Gen-Mais wird fast ausschließlich als Tierfutter verwertet. Die Gen-Mais-Standorte der Milcherzeuger für Müllermilch (Sachsenmilch) befinden sich in Brandenburg - in Neureetz und Seelow/Gusow - sowie im sächsischen Hasselbachtal. Landliebe/Campina wird von Gen-Mais-Bauern aus Neutrebbin und Heinersdorf beliefert.

Das Unternehmen Müller will Verbrauchern keine Milchvieh-Fütterung ohne Gen-Pflanzen garantieren. Auch Landliebe/Campina wollen Gen-Pflanzen bei der Milchherstellung nicht ausschließen. Andere Unternehmen sind weiter: In der Schweiz und in Schweden wird aufgrund des Drucks der Lebensmittelhersteller gar kein Gen-Futter verwendet. In Deutschland vertreibt die Upländer Bauernmolkerei Milch mit dem Siegel ohne Gentechnik. Die Großmolkerei NÖM AG in Österreich hat ihre gesamten Frischmilch-Produkte auf Gentechnikfrei umgestellt.

In Supermärkten gibt es bislang keine als Gen-Food gekennzeichneten Lebensmittel, da die meisten Verbraucher Gentechnik ablehnen, gibt. Tierische Produkte wie Milch, Fleisch oder Eier, die von Tieren stammen die mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden, müssen jedoch nicht gekennzeichnet werden. Verbraucher können daher nicht erkennen, ob Gen-Pflanzen im Spiel waren. Viele Molkereien nutzen diese Kennzeichnungslücke aus.

Insgesamt werden in Deutschland dieses Jahr rund 345 Hektar Gen-Mais angebaut. MON810 des US-Gentechkonzerns Monsanto ist die einzige in der EU zur Aussaat zugelassene Gen-Pflanze. Der Gen-Mais produziert ein Gift, das auf Schädlinge wie den Maiszünsler tödlich wirkt. Das Bt-Gift kann jedoch auch geschützte Insekten schädigen und sich im Boden anreichern. Wegen der weitgehend ungeklärten Risiken haben Österreich, Ungarn, Griechenland und Polen den Anbau des Gen-Mais verboten. Nur in Spanien, Tschechien und Deutschland wird kommerziell angebaut.

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