Wasser löscht den Durst besser als süße Erfrischungsgetränke

Viele Produkte sind überzuckert

Immer neue Erfrischungsgetränke mit fantasievollen Namen erobern die Getränkemärkte: Ihre Werbeslogans versprechen schließlich wahre Wunder. Doch sind sie wirklich so erfrischend und gesund? Die AOK hat einige Produkte genauer beleuchtet. Das Ergebnis: "Die meisten dieser Getränke sind alles andere als gesund, weil sie sehr viel Zucker enthalten", erklärt Petra Fricke, Ernährungsberaterin bei der AOK Rheinland/Hamburg. Besser ist es, Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetee sowie selbst gemischte Saftschorlen zu trinken.

Ein Glas der Vitamingetränke enthielt beispielsweise umgerechnet neun Stücke Würfelzucker. Zwei Liter in Flaschen vorgemischter Apfelschorle brachten es auf eine Zuckermenge von bis zu 55 Zuckerstücken. Zwar handelt es sich hier um den natürlich im Saft enthaltenen Fruchtzucker, der aber genauso wie zugesetzter Zucker das Kalorienkonto belastet und den Zahnschmelz angreifen kann. "Bei etlichen weiteren Erfrischungsgetränken entstammt der süße Geschmack dem oft reichlich zugesetzten Zucker", erklärt Fricke, "den man aber durch den meist zugesetzten Säureregulator Zitronensäure gar nicht wahrnimmt."

Die besten Durstlöscher sind Mineralwässer oder selbstgemischte Saftschorlen im Verhältnis 1:3. "Wasser kann der Körper in kurzer Zeit aufnehmen", erklärt die Ernährungsberaterin. "Für Getränke mit hoher Zuckerkonzentration benötigt er mehr Zeit, weil er die Süße erst verarbeiten muss."

Folgen für den Fettstoffwechsel

"Die Art des zugesetzten Zuckers ist dabei für den Gesundheitswert unerheblich. Ob Zucker, Glukosesirup oder Fruktose - sie alle greifen den Zahnschmelz an und enthalten unnötige Kalorien", weiß Fricke. Fruktose kann bei entsprechender Veranlagung, in großen Mengen aufgenommen, sogar den Fettstoffwechsel ungünstig beeinflussen. Wer viel Süßes trinkt, nimmt damit unbewusst auch erhebliche Kalorienmengen zu sich - mit dem Tagesbedarf von zwei Litern bis zu 880 Kalorien! Die setzen sich dann vor allem an den Hüften fest.

Künstliche Süßstoffe sind zwar eine kalorienfreie, zahnschonende gelegentliche Alternative zum Haushaltszucker, aber dauerhaft auch keine Lösung. "Der Geschmack gewöhnt sich an die Süße, wird unsensibel und verlangt nach immer mehr", erläutert Fricke. Außerdem rät die Ernährungsexpertin zu einem kritischen Umgang mit Getränken, denen geschmackgebende Stoffe wie beispielsweise Aloe Vera oder Guarana beigesetzt sind. Bei diesen Inhaltsstoffen ist nicht erwiesen, dass sie einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben.

Doch was soll man stattdessen trinken? Am besten sind Mineralwässer und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees. Geeignet sind auch selbst gemischte Fruchtsaftschorlen. "Mischen Sie sich die Schorlen selbst, und zwar im Verhältnis von einem Viertel reinem Fruchtsaft zu drei Vierteln Wasser", erklärt Fricke. "Abwechslung erhält man durch die Verwendung verschiedener Saftsorten, oder man tauscht das Wasser gegen Früchtetee und genießt selbstgemachte Teeschorle."

Sportlergetränke meist ohne Vorteil

Wer viel Sport treibt, dem empfiehlt die Ernährungsberaterin - neben einer ausgewogenen Ernährung - magnesium- und kalziumreiches Mineralwasser zum Mischen der Saftschorlen zu verwenden. So werden der Durst am schnellsten gelöscht und gleichzeitig der Verlust von Blutsalzen durch das Schwitzen am Besten ausgeglichen. Sogenannte isotonische Sportlergetränke hingegen bieten hierzu keinen Vorteil, denn der meist hohe Zuckergehalt verzögert die Flüssigkeitsaufnahme in den Körper und verursacht bei manchen Menschen Unwohlsein im Bauch.

Wer gerne süße Getränke mag, dem rät die Ernährungsberaterin, den Gaumen schrittweise an weniger Zucker zu gewöhnen: "Verdünnen Sie die Schorle immer stärker mit Wasser, so lässt sich der verwöhnte Geschmack überlisten."

Wem nun Zweifel gekommen sind, der kann den Zuckergehalt seines Lieblingsgetränks auch selbst ausrechnen. Bei den handelsüblichen Getränken ist auf dem Etikett die Menge des Zuckers in Kohlenhydraten pro 100 Milliliter angegeben. Ein Blick auf die Zutatenliste gibt Aufschluss darauf, ob es sich um zugesetzten oder safteigenen Zucker handelt. Um die Zuckermenge pro Liter zu errechnen, multipliziert man diese Zahl mit zehn und teilt das Ergebnis durch 2,5. Denn 2,5 Gramm wiegt ein Stück Würfelzucker. Ein Rechenbeispiel: Ein Getränk enthält 5,3 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Milliliter. Mal zehn genommen macht das 53 Gramm. Und das ergibt insgesamt 21 Stück Würfelzucker. Ein klebriges Ergebnis!

Quelle: AOK Mediendienst

Körper und Gesundheit